Naturoase im Garten
Möchten Sie dazu beitragen, dass in Ihrem Garten nicht nur Ihre Familie, sondern auch die Natur einen Lebensraum findet? Interessierte finden eine Vielzahl von Büchern und Internetseiten mit Informationen zur naturfreundlichen Gartengestaltung. Wer es einfach und persönlich mag, kann jedoch auch kostenlos eine Gartenberatung des Ornithologischen Vereins Weisslingen in Anspruch nehmen. Die Interessierten erhalten Tipps und Tricks und konkrete Vorschläge für ihren Garten.
Im Frühling kann die Basis für Ihre Naturoase gelegt, oder besser gesagt, gesetzt oder gesät werden. Dabei unterstützt Sie das Gartenteam des Ornithologischen Weisslingen gerne. Siedlungsgärten sind heute enorm wichtig für die Natur, da viele Tiere auf vielfältige Lebensräume angewiesen sind, die auf den Landwirtschaftsflächen wenig zu finden sind. Mit einem naturfreundlichen Hausumschwung kann deshalb viel bewirkt werden.

Blütenpflanzen als Nahrung
Ein Schmetterling beispielsweise benötigt als Raupe genügend Futter und Versteckmöglichkeiten. Jede Art hat dabei andere Vorlieben, manche sind wählerischer als andere. Gemeinsam ist ihnen aber, dass sie an die einheimische Flora angepasst sind und mit Zierpflanzen oft nichts anfangen können. Der beliebte Sommerflieder, oder Schmetterlingsstrauch genannt, zieht zwar viele Schmetterlinge an und bietet ihnen auch Nektar, ist aber als Raupenfutter ungeeignet. Zudem ist der Strauch ein invasiver Neophyt. Er kann Millionen von Samen produzieren, die vom Wind, Wasser und Fahrzeugen weit verbreitet werden und beispielsweise entlang von Gewässern viele Pflanzen verdrängen und damit auch die Tiere, die ihre Lebensgrundlage verlieren.
Zum Glück gibt es zahlreiche einheimische Sträucher und Stauden, die sowohl für uns Menschen, als auch für Tiere attraktiv und nützlich sind. Eine Wildblumenwiese, ein Blumenrasen, ein Wildstaudenbeet, eine Ruderalfläche oder eine kleinflächige Blumeninsel werten den Garten auf. Auch in kleinen Gärten sind solche Ecken möglich und die Pflege muss auch nicht aufwendig sein.
Auf solchen Flächen können sich viele Insekten ernähren und diese wiederum sind Nahrungsquelle für Vögel, Igel, Amphibien und Reptilien. Ein Mehlschwalbenpärchen allein benötigt zur Aufzucht ihres Nachwuchses rund 1kg Insekten, was in etwa 250’000 Tieren entspricht. Eine grossartige Leistung, welche die Vögel in der Brutzeit leisten. Wir Menschen können sie dabei nebst dem Nahrungsangebot und einem naturnahen Umfeld auch mit katzensicheren Nistmöglichkeiten unterstützen. In einem Baum, allenfalls mit Nistkasten oder einem Dornenstrauch wie z.B. einer Schlehe in einer ungestörten Ecke des Gartens sind Vögel vor Katzen geschützt. Gleichzeitig trägt die Schlehe auch schöne Blüten, die nicht nur die Menschen, sondern auch Wildbienen, Hummeln und andere Insekten erfreuen. Im Winter ernähren sich wiederum einige Vogelarten sehr gerne von Schlehenbeeren. Zudem können die Beeren zu Saft, Gelee und Ähnlichem verarbeitet werden.
Ein Daheim für Tiere
Ein Teil des Gartens mit einer Blumenwiese, die nicht oft und immer nur abschnittsweise geschnitten wird, ist wertvoll. Hier können sich Schmetterlingseier entwickeln, Raupen verpuppen und andere Insekten überwintern. Bei den Sträuchern und Hecken können Äste vom Rückschnitt zu einem Haufen mit Hohlraum aufgeschichtet werden. Igel freuen sich über solche Winterrückzugsorte. Solches Totholz ist auch spannend für viele Wildbienenarten. Ein Wurzelstock oder knorriger Ast, kombiniert mit einer Sandlinse bietet auf kleinem Raum vielen Wildbienenarten Nistmöglichkeiten.
Dies ist eine kleine Auswahl von Beispielen, wie jeder Garten aufgewertet werden kann. Bei Fragen oder für eine Gartenberatung steht das Gartenteam des Ornithologischen Vereins gerne zur Verfügung.
Infos und Anleitungen
Handbuch Stadtnatur der Stadt Bern
Gärtnereien für Wildstauden und einheimische Gehölze (Beispiele):


