Mosttrinker sind Naturschützer

An zwei Samstagen waren wir Obst aufsammeln, um anschliessend Süssmost pressen zu lassen. Nach dem Schütteln der Bäume durch Roli und Philip ging das Auflesen der Äpfel dank der vielen fleissigen Hände rasch von statten.
Am 2. Oktober waren wir 10 Kinder und 10 Erwachsene, die gemeinsam rund 12 Harassen Äpfel aufgesammelt haben. Zusammen mit den vier Harassen vom 18. September ergab das insgesamt 340 Liter Süssmost. Dafür, dass dieses Jahr ein schlechtes Apfeljahr war, ist das eine sehr gute Ausbeute. Die Äpfel konnten wir bei Thomas Schenkel in Neschwil, Verena Schaufelberger in Theilingen und bei Heiri Bosshard in Rumlikon sammeln. Die Äpfel brachten wir dann in die Mosterei Minder in Horben. Eine Woche später konnten wir 68 5-Liter Beutel (Bag-in Box) abholen. Die Helfer konnten den Süssmost zum Selbstkostenpreis beziehen, zum Dank erhielten die Bewirtschafter der Bäume auch einen Anteil. Was noch übrig war, haben wir an unserer GV verkauft.

Insgesamt war das also eine sehr positive Aktion, die wir im nächsten Jahr gerne wiederholen möchten.

Mehr Bilder gibt’s in unserer Bildergalerie.

Hintergrund

Durch ihren nahezu einmaligen Strukturreichtum und ihre extensive Bewirtschaftung zählen hochstämmige Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen. Hier findet sich ein abwechslungsreiches Angebot aus Gräsern, Kräutern, Blüten, Früchten und alten, höhlenreichen Bäumen – ein breites Spektrum mit zahllosen Nahrungsquellen, Brut- und Aufenthaltsplätzen für viele Tiere. Stark gefährdete und z.T. vom Aussterben bedrohte Insekten-, Vogel- und Säugetierarten finden oft nur noch hier ihre spezielle Ökonische.

Aus <https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/streuobst/service-und-adressen/03941.html>

Streuobstwiesen sind aber arbeitsintensiv. Im Frühjahr müssen die Bäume geschnitten werden, im Sommer sind die Bäume zusätzliche Hindernisse beim Mähen und im Herbst muss das Obst aufgelesen werden. Leider bleibt das Obst oftmals ungenutzt am Boden liegen, da die Bauern für Obst, das sie in der Mosterei abgeben, fast keinen Ertrag erhalten.

Auf der anderen Seite gibt es viele junge Familien, die sich gerne gesund mit lokal produzierten Lebensmitteln versorgen möchten, aber keinen Garten haben.

Wir möchten beide Seiten, die Bauern und ökologisch interessierte Familien, zusammenbringen.